Fortbildung für psychiatrisch tätige Fachkräfte und Teams

Recovery & REFOCUS

Recovery-orientiertes Arbeiten ist mehr als eine freundliche Haltung. Es braucht Sprache, Struktur, konkrete Werkzeuge und die Bereitschaft, Verantwortung wieder stärker bei den betroffenen Menschen zu verorten. Genau hier setzt die REFOCUS-Schulung an.

Worum es geht

Im Mittelpunkt steht eine Praxis, die Hoffnung, Selbstbestimmung, Teilhabe und persönliche Entwicklung ernst nimmt. REFOCUS bietet dafür ein klares fachliches Gerüst und unterstützt Teams dabei, Recovery nicht nur zu benennen, sondern im Alltag tatsächlich umzusetzen.

Die Schulung verbindet fachliche Einordnung, Selbstreflexion, konkrete Gesprächsführung und Transfer in den Versorgungsalltag.

Die Durchführung erfolgt grundsätzlich gemeinsam durch mich und eine Genesungsbegleiterin. Die Verbindung von professioneller und erfahrungsbezogener Perspektive ist kein Zusatz, sondern ein fachlicher Kern des Formats.

Was Teilnehmende mitnehmen

Recovery verständlich einordnen

Kein abstraktes Leitbild, sondern eine fachlich tragfähige Orientierung für psychiatrische Versorgung, die sich an Lebenszielen der Betroffenen ausrichtet.

Gespräche anders führen

Weg von rein defizit- und symptomzentrierter Kommunikation, hin zu Zielklärung, Ressourcenarbeit, Hoffnung und echter Beteiligung.

Umsetzung im Alltag

Konkrete Ansätze für Hausbesuche, Fallbesprechungen, Dokumentation, Teamabsprachen und recovery-orientierte Prozesse.

Typische Inhalte

Haltung und Sprache

  • Was recovery-orientiertes Arbeiten praktisch bedeutet
  • Reflexion von Macht, Rollenverständnis und professioneller Haltung
  • Sprache, die nicht klein macht, sondern Entwicklung ermöglicht

Gesprächsführung und Struktur

  • Arbeiten mit dem REFOCUS-Ansatz und dem REACH-Modell
  • Ziele, Ressourcen und persönliche Bedeutung gemeinsam herausarbeiten
  • Umgang mit Ambivalenz, Rückschritten und komplexen Situationen

Transfer in Teams und Dienste

  • Recovery-orientierte Zusammenarbeit im Team
  • Übertragung in bestehende Abläufe und Dokumentationslogiken
  • Impulse für Implementierung, Qualitätssicherung und Verstetigung
Wichtig: Die Schulung ist keine reine Methodensammlung. Sie setzt bei Haltung, Sprache und konkreter Praxis an. Das ist der Punkt, an dem viele Einrichtungen zwar zustimmen, aber im Alltag noch nicht konsequent sind.

Geeignet für

Die Inhalte richten sich an Fachkräfte und Teams, die Menschen mit psychischen Erkrankungen nicht nur versorgen, sondern in ihren eigenen Entwicklungs- und Recovery-Prozessen wirksam unterstützen wollen.

Einrichtungen und Dienste

für ambulante psychiatrische Pflege, Soziotherapie, Sozialpsychiatrie, komplementäre Hilfen, Kliniken und gemeindepsychiatrische Angebote

Fach- und Führungskräfte

die Recovery fachlich sauber verankern, Teams entwickeln und bestehende Angebote inhaltlich schärfen wollen

Interprofessionelle Teams

die ein gemeinsames Verständnis, eine stimmige Sprache und alltagstaugliche Werkzeuge für Recovery entwickeln möchten

Dozent:innen

Peter Roddau

Recovery Coach, Fachgesundheits- und Krankenpfleger für Gerontopsychiatrie, Soziotherapeut. Langjährige Tätigkeit in der ambulanten psychiatrischen Versorgung, Fortbildung und Konzeptentwicklung mit Schwerpunkt Recovery-orientierte Praxis.

Madeline Albers

Die Schulungen werden grundsätzlich gemeinsam mit einer Genesungsbegleiterin mit eigener Erfahrungsperspektive durchgeführt. Die Verbindung von professioneller und erfahrungsbezogener Expertise ist ein zentraler Bestandteil des Formats.